Jessica und die Odenwaldbande
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beileibe nicht so groß wie in einem Supermarkt, aber da die Betreiber vor allem Waren anboten, die nicht so leicht verderblich waren, rechnete sich das Angebot unter dem Strich schon. Auch hatten es die Besitzer geschafft, dort eine kleine Post-Agentur einzurichten, auch wenn das Postauto schon recht früh am Nachmittag die Sendungen abholte.

Der „Ochsen“, eine kleine Kneipe mit Fremdenzimmer, war früher der Mittelpunkt des Dorfes gewesen, auch wenn er eigentlich am Ortsrand gelegen war, aber da in unmittelbarer Nähe sich noch eine kleine Reparaturwerkstatt für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte befand, traf man sich hier mehr oder weniger regelmäßig, da auch die Bauern aus dem Umgebung ab und zu hierher kommen mussten. Aber mit der Zeit lohnte sich der Betrieb zunehmend nicht mehr, bis er eines Tages schließlich geschlossen wurde. Vielleicht lag es auch daran, dass immer mehr Leute das Dorf, welches sowieso nicht so groß gewesen war, verließen, weil es in dieser Region außer der Landwirtschaft wenige Arbeitsplätze gibt. Als dann der letzte Besitzer schließlich gestorben war, erbte das Anwesen ein Neffe, Volker Moser.

Moser war um die fünfzig und noch Junggeselle. Wer ihn näher kannte, der begriff recht rasch, warum er nie eine feste Beziehung hatte. Er hielt wenig von einem gepflegten Äußern und der hellsten Einer war er auch nicht. Seine sexuellen Bedürfnisse befriedigte er immer am Wochenende, wo es ihn in die Ferne zog, wo er mit der Zeit reizvolle Damen kennen gelernt hatte, die sich ihre Dienste von ihm in barer Münze entlohnen ließen.

Er hatte auch nie in diesem Dorf gelebt und war schon nie in seinem Leben Gastwirt gewesen. Dabei hatte er schon einen Bezug zu diesem Ort, da er in der besagten Werkstatt für landwirtschaftliche Fahrzeuge gearbeitet hatte, er tagtäglich
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