Jessica und die Odenwaldbande
Leseprobe


Erst nach ein paar Minuten fiel ihr ein, dass sie sich eigentlich einen Kaffee holen wollte und so betrat sie die Tankstelle. Kurz, nachdem sie den Innenraum betreten hatte, glaubte sie, ihren Augen nicht zu trauen, als sie die junge Frau sah, die hier arbeitete: „Hey, was machst Du hier? begrüßte sie Jessica, die als Wochenendaushilfe heute ihren Dienst verrichtete. Diese stutzte einen kurzen Augenblick, bevor ihr Gesicht ein breites Grinsen überzog und sie antwortete: „Natascha, ich glaub’s nicht!“

Beide jungen Frauen kannten sich von der Schulzeit her. Sie hatten zusammen Abitur gemacht und waren mit einer dritten ein unzertrennliches Kleeblatt gewesen, als dann nach dem Abitur ihre Wege auseinander gingen. Zwar hatte man sich anfangs noch getroffen, aber irgendwann war der Kontakt dann doch abgerissen. Und nun traf man sich ausgerechnet in einem kleinen Dorf im Odenwald wieder und beide dachten: „Wie klein ist doch die Welt!“

Nachdem sie sich begrüßt hatten, hatten beide das Bedürfnis, sich zu erzählen, was man so macht und wie es einem in der Zwischenzeit ergangen war. Aber bald mussten sie erkennen, dass dies nicht die richtige Ort dafür war, denn zum Abend hin nahm der Zulauf in der Tankstelle zu, auch wenn es oft nur Leute waren, die Zigaretten oder sonst was kaufen wollten und so wurde ein Gespräch immer wieder unterbrochen. Anfangs hatten sie sich beide nach draußen gesetzt, aber während Natascha den Tag genießen konnte, musste Jessica immer wieder nach drinnen, um Kundschaft zu bedienen.

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