Jessica und die Odenwaldbande
Leseprobe


Als Krause noch am Telefonieren war, war ihm Susanne gefolgt und stieß einen schrillen Schrei aus, als sie die beiden am Boden liegen sah. „Sind sie tot?“, fragte sie, nachdem sie sich vom ersten Schock erholt hatte. „Ich überprüfe das nochmals“, sagte Krause und gab sein Smartphone, welches er immer noch in der Hand hatte, Susanne, damit er beide Hände frei hätte. „Ich fürchte ja“, meinte er, als er beide kurz umgedreht und Schussverletzungen im Bereich des Herzens festgestellt hatte. „Ich sage den anderen Bescheid“, sagte Susanne und lief sofort wieder weg. „Vielleicht sollte ich nochmals den Notruf betätigen und sagen, dass sie definitiv tot sind“, dachte er bei sich, aber da fiel ihm ein, dass er Susanne sein Smartphone gegeben hatte und die es wohl mitgenommen hatte, als sie wieder zu den anderen gegangen war. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als hier auf die Kollegen aus Bayern zu warten.

Krause überlegte, wie er sich am besten verhalten solle. Als Ermittler war er daran gewöhnt, in irgendeiner Form aktiv zu werden. Nun konnte er nicht einmal telefonieren, sondern nur warten. Er überlegte, ob er zu den anderen zurückgehen solle, zumindest um Susanne zu suchen, die ja immer noch sein Smartphone hatte. Aber einfach den Tatort verlassen. Vielleicht war der Täter noch in der Nähe oder würde vielleicht wieder zurückkommen. Da fiel ihm ein, dass er unbewaffnet war, weshalb er sich eine Stelle suchte, wo er warten könnte, ohne dass er dabei eine Zielscheibe für andere abgeben würde.

Dann hörte er, dass sich aus Richtung des Hotels Personen näherten. Es mussten mehrere Männer sein, die miteinander sprachen. Krause war zunächst vorsichtig, aber dann konnte er, obwohl die Lichtverhältnisse sehr schlecht waren, erkennen, dass es einige seiner alten Abi-Klasse waren, die in seine Richtung kamen. Es war eine Gruppe von 5 Personen, die er zunächst erkennen konnte, aber schon kurz darauf nahm er gewahr, dass eine zweite Gruppe das Hotel verlies und ebenfalls in seine Richtung kam. Offenbar hatte sich die Tat herumgesprochen und Krause hoffte, nun auch wieder sein Smartphone zurück zu bekommen.

1 2 3 4 5 6 7
Zurück zur Übersicht Leseproben
ImpressumDatenschutzerklärung