Jessica und die Odenwaldbande
Leseprobe


Allerdings wurden seine Erwartungen enttäuscht, denn Susanne war in keiner der beiden Gruppen dabei. Er sprach einige seiner ehemaligen Mitschüler an, ob sie wüssten, wo Susanne stecken könnte. Keiner wusste etwas. Offenbar hatte sie der alten Abi-Klasse die Meldung über die Schießerei überbracht und war dann spurlos verschwunden. Betroffen standen alle da, als sie am Tatort angekommen waren und ihre ehemaligen Mitschüler Wolfgang und Andreas regungslos am Boden liegen sahen.

„Verdammt“, entfuhr es einem der ehemaligen Mitschüler, „welcher Horrorfilm läuft den hier ab?“ Es war Claus Keller, welcher die ganze Zeit eher unscheinbar gewirkt hatte. Krause hatte im Laufe des Treffens von anderen lediglich erfahren, dass er Bankkaufmann oder so was ähnliches geworden sei. Im Gegensatz zu den beiden ermordeten Schulkameraden war er eher eine unscheinbare Erscheinung, sozusagen eine graue Maus.

Offenbar hatte Claus dem Alkohol zugesprochen, denn sein Verhalten hatte sich schlagartig geändert, als er die beiden am Boden liegen sah. Während die anderen eher stumm dastanden und leise über die Situation sprachen, begann er damit, Krause lautstark zu beschuldigen, er habe die beiden erschossen. Für eine kurze Zeit ließ er sich gar nicht mehr beruhigen, obwohl nun auch andere auf ihn einzuwirken versuchten.

„Du hast doch Streit mit denen gehabt und Du bist doch der einzige von uns, der eine Waffe hat und schießen kann“, versuchte er lautstark seine Anschuldigungen mit Argumenten zu untermauern. „Sei ruhig, Du redest nur Unsinn“, mischte sich nun auch Petra, die Sonderpädagogin, die den Streit ja aus nächster Nähe mitbekommen hatte, ein. „Der Streit, den es vor einer halben Stunde gegeben hat, hat damit doch gar nichts zu tun. Ich frage mich eher, in welche Geschäfte die beiden da verwickelt gewesen waren?“

1 2 3 4 5 6 7
Zurück zur Übersicht Leseproben
ImpressumDatenschutzerklärung