Jessica und die Odenwaldbande
Leseprobe
Der Mann nickte. Jessica hatte den Eindruck, dass sie ihm kurz schon einen Schrecken eingejagt hatte, von dem er sich sichtlich erholte. „Und wie recherchieren Sie jetzt weiter?“ Jessica blickte auf die Rechnung: „Dann werden wir als nächstes den IT-Mann aufsuchen müssen, die Adresse steht ja hier“. Dann wandte sie sich wieder dem Mann zu und fragte: „Können Sie uns vielleicht über den etwas sagen, was für uns wichtig sein könnte?“ Der Kunde überlegte: „Er ist mir empfohlen worden und eigentlich hat er einen ganz guten Eindruck gemacht. Leider weiß ich nicht viel von dem Mann, nur dass er einen ganz kleinen Betrieb hat!“ Jessica nickte und meinte: „Dann darf ich mich bei Ihnen bedanken, das war’s schon. Wir müssen uns beeilen, dass wir ihn sprechen können, bevor es die Polizei tut.“

Jessica wartete erneut auf eine Reaktion des Kunden, aber die kam nicht, wie sie sich das vorgestellt hatte. So musste sie, obwohl sie sich bereits bedankt hatte, noch eine weitere Information streuen: „Die Recherchen können noch lange dauern. Vermutlich wird er uns Rechnungen vorzeigen können, woher er die Ware hat und was beweisen würde, dass auch er ein Opfer ist.“ – „Verstehe“ meinte der Mann, „und dann geht’s nur nächsten Adresse, na dann viel Glück.“ Jessica wartete immer noch auf eine bestimmte Reaktion des Kunden und sie hatte schon überlegt, wie sie nochmals einen Aspekt ins Spiel bringen könnte, als dann die gewünschte Reaktion tatsächlich kam, indem der Kunde fragte: „Und wie können Sie sicher sein, dass Sie nicht belogen werden? Mich würde es auch interessieren, woran ich bin. Vielleicht wären Sie so freundlich, wenn Sie mir Bescheid geben könnten, was Sie in meinem Fall ermitteln konnten?“

Jetzt hatte Jessica jetzt die Steilvorlage, die sie sich gewünscht hatte: „Wissen Sie, das ist im Grunde ganz einfach. Allerdings hat es die Polizei da wesentlich leichter, denn wir sind auf die Kooperation von jedem angewiesen. Eine Rechnung kann jeder erstellen und man kann so eine Rechnung ja auch fälschen. Der entscheidende Punkt ist der, wohin welches Geld geflossen ist. Wenn zum Beispiel ihr IT-Mann uns seine Kontoauszüge zeigen würde, dass er die Ware regulär bezahlt hat, dann ist das ein Beweis seiner Unschuld.“ Aufmerksam hatte der Kunde ihr zugehört und er frage nach: „Und wenn nicht?“ Jessica machte eine kleine Pause und gab dann zur Antwort: „Ja dann besteht zumindest der Anfangsverdacht der Hehlerei und auch zivilrechtlich hat das so seine Auswirkungen, nämlich dass ihm die Ware nicht gehört haben würde, die er Ihnen verkauft hat. Das hätte dann leider auch für Sie unangenehme Folgen, aber lassen wir das mit ‚wenn, dann’, schließlich stehen wir noch am Anfang unserer Recherchen.“

1 2 3 4
Zurück zur Übersicht Leseproben
ImpressumDatenschutzerklärung